Dianabrunnen

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Dianabrunnen mit Winterverschalung
Detail Diana mit Bogen und Falken

Der Dianabrunnen von Mathias Gasteiger geschaffen, wurde am 12. Juni 1908 in München eingeweiht. Er steht am Eingang zum Stadtteil Herzogpark auf dem Kufsteiner Platz. Der Brunnen ist aus Jurakalk und Tuffstein gearbeitet, das Hirschgeweih, der Bogen und der Falke sind Bronzeskulpturen.

Beschreibung

Eine Grottenarchitektur bildet den Mittelpunkt des Springbrunnens. Über mehrere Stufen fällt das Wasser in ein Becken, das von einer halbrunden Bank eingerahmt ist, an deren beiden Enden Rehe lagern. Über dem Brunnenbecken bildet ein Hirsch mit einer Dianafigur den dramatischen Höhepunkt. Diana, die Jagdgöttin, trägt im Haar einen Lobeerkranz, in der linken Hand hält sie einen Bogen und auf der rechten sitzt ein Jagdfalke. Sie selbst liegt mehr an den Hirsch gelehnt als sie sitzt.

Der Falke (Horus) krallt sich derzeit auf den Endgliedern des rechten Daumens der insoweit unprofessionell (und ausserdem sehr schmerzhaft) dargestellten Diana (Artemis) fest. Als Falknerin müßte sie ihren Jagdgefährten auf der mit einem Falknerhandschuh geschützten und etwas nach aussen gedrehten Faust (über dem Daumengrundgelenk) tragen. Ihre Falkner-Hand stützt sich zudem auf die 'Verlängerung des Rückens' vom Hirschen, den sie als ihren 'Ansitz zur Weiter-Jagd' nutzt. - Als Jagdgebiet dient natürlich nicht mehr der Kufsteiner Platz, sondern Diana soll uns erinnern an das im ehemaligen Undulationsgebiet der Isar hier gelegene Jagdgebiet der Herzogs Maximilian in Bayern, des Vaters der Kaiserin Elisabeth von Österreich und des Augenarztes Dr. Carl Theodor, Herzog in Bayern (1839-1909), der den Familienbesitz der Wittelsbacher am 5. Mai 1900 an die "Terrain-Aktiengesellschaft Bogenhausen-Gern in München" verkauft hat, die sich zum Weiterkauf der Grundstücke an dieser Stelle einen im letzten Krieg zerstörten feudalen Palast erbaut hatte, für den der Dianabrunnen bestimmt war. Vor den Südbalkonen des nach dem Krieg errichteten Appartmenthauses wirkt der Dianabrunnen jetzt etwas überdimensioniert, macht aber die banale Fassade für das Auge erträglicher.

Künstler
Mathias Gasteiger
Zeit der Errichtung
1908

Sonstiges

Der Brunnen erinnert daran, dass sich vormals hier ein fast undurchdringliches Jagdgebiet befand, eine mit Altwassertümpeln reiche Auenlandschaft in der es ein großes Wasserwildvorkommen gab.

An der Stelle des heutigen Wohnblocks aus der Wiederaufbauzeit nach dem Krieg stand hinter dem stehengebliebenen Brunnen ehemals das im Besitz einer Privatbank befindliche palastartige Verwaltungsgebäude, für das der Diana-Brunnen gedacht war, das durch Bomben im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1955 durch dieses Appartmenthaus ersetzt wurde.

Thomas Mann berichtet in seiner Novelle "Herr und Hund", die 1918 erschien, unter anderem von seinen täglichen Spaziergängen mit Hund Bauschan, als sich hier noch eine Wildnis befand.

Weblinks

Siehe auch